SANTANYI MAGAZINE 10
Santanyí magazine 180 (Parodont) und gehört zu den häufigsten Erkrankungen des Menschen. Parodontose ist die chronische, nekrotisierende Erkrankungsform. Wie entsteht Parodontitis bzw. Parodontose? Die Parodontitis wird meistens von Bakterien verursacht, die sich am Zahnfleischrand oder in den Zahnzwischenräumen anlagern (siehe auch meinen Artikel über Karies im Santanyímagazine Nr 09). Werden diese Bakterien nicht regelmäßig entfernt, reagiert der Körper darauf mit einer Entzündung, die wir zumeist als Zahnfleischbluten wahrnehmen. Wird diese Zahnfleischentzündung (Gingivitis) nicht behandelt, entwickelt sich daraus eine Parodontitis. Die zunächst oberflächliche Entzündung greift auf das den Zahn umgebende Bindegewebe und den Knochen über. Der individuelle Krankheitsverlauf ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich, abhängig von der körpereigenen Immunabwehr. Bestimmte Risikofaktoren erhöhen die Wahrscheinlichkeit für die Entstehung und das Fortschreiten dieser Erkrankung. Dazu zählenmanche Allgemeinkrankheiten wie z.B Diabetes, aber auch anhaltend negativer Stress, einseitige Ernährung und damit Mangel an Vitaminen und Mineralstoffen. Daneben spielen natürlich auch genetische Faktoren eine Rolle, sowie Alkoholabusus und Rauchen. Raucher erkranken deutlich häufiger an einer Parodontitis als Nichtraucher. Der Krankheitsverlauf ist schwerwiegender und schneller. Entzündungszeichen wie Schwellung, Rötung und Blutung des Zahnfleisches werden durch die Wirkung des Nikotins unterdrückt. Da die Parodontitis eine Infektionskrankheit ist, stellt ein erkrankter Partner ein hohes Risiko dar, die schädlichen Bakterien zu übertragen. Ansteckungsgefahr besteht bei: - der Benutzung derselben Zahnbürste - der Benutzung desselben Essbestecks - Intensivem Küssen - Befeuchten des Babyschnullers Ursachen, negative Faktoren: - MANGELNDE MUNDHYGIENE - ALTE FÜLLUNGEN, ÜBERSTEHENDE KRONENRÄNDER - RAUCHEN - STRESS - ÜBERGEWICHT - FALSCHE ERNÄHRUNG - HORMONELLE STÖRUNGEN (WECHSELJAHRE, SCHWANGERSCHAFT) - ALLGEMEINE ERKRANKUNGEN (DIABETES MELLITUS, HOHER BLUTDRUCK, IMMUNSCHWÄCHE) - GENETISCHE FAKTOREN - FUNKTIONSTÖRUNGEN DES KAUSYSTEMS (NÄCHTLICHES KNIRSCHEN, ZAHNPRESSEN) Folgen der Parodontose Bleibt die Parodontitis/Parodontose unbehandelt, so greift die Entzündung den Kieferknochen um den Zahn herum an und baut ihn ab. Zuerst werden im Oberkiefer die Zähne locker, da dort der Knochen sehr viel großporiger ist und die Bakterien sich schneller ausbreiten können. Im Unterkiefer ist der Prozess langsamer, denn der Knochen dort ist sehr viel kompakter. Zum Schluss kommt es zum Zahnverlust durch Lockerung. Heute gilt es als erwiesen, dass chronische, unbehandelte Entzündungen des Zahnhalteapparates die Wahrschein- lichkeit fürHerzerkrankungen, DiabetesundRisikoschwanger- schaften erhöhen. Behandlung der Parodontose - Hygienephase und professionelle Zahnreinigung Die bakterielle Infektion muss als erstes behandelt werden. Intensive Zahnreinigung durch den Zahnarzt, 2-3 fache Reinigung mit elektrischer Zahnbürste zu Hause, zusätzliche Zahnspülungen mit Kamille, Salbei, Apfelessig verdünnt und Desinfektionen (Listerine ,Oral-B, ...) unterstützen den Heilungsprozess. Beim Zahnarzt werden Zahnfleischtaschen und Wurzel- oberfläche gründlich von Konkrementen (Ablagerungen) und Bakterien durch Ultraschallreinigung und Scaling (Handinstrumente) befreit. Dabei werden die empfindlichen Zahnsubstanzen und das umgebende Weichgewebe nicht geschädigt. Diese Arbeiten sind die Vorraussetzung für den Rückgang der Entzündung und die Regeneration des Zahngewebes.
Made with FlippingBook
RkJQdWJsaXNoZXIy Mjk2NzQ=