SANTANYI MAGAZINE 01

Santanyí magazine 33 ··· Cultura I Cultura I Culture I Kultur 60er Jahre, Cala d’Or Es kam der Moment Ihres Arbeitsbeginns in Cala d’Or. IchkamauseinerUmgebung,woeswederZukunftsaussichten gab, noch Platz für Träume. Man wurde nur darauf vorbereitet einen Mann kennenzulernen, den man heiraten und mit dem man Kinder haben sollte. Dafür kaufteman Dir ein neues Kleid und ließ Dich damit spazieren gehen. Diese Situation drohte sie zu ersticken und begleitet von einer Freundin traf sie in Cala d’Or ein. In einer männerdominierten Welt. Die Ablehnung folgte auf dem Fuße. Es war deprimierend. Es gab kein Arbeitsrecht und ich bekam die Ausbeutung der Arbeiter aus nächster Nähe zu sehen. Der Großteil kam von auswärts und endete völlig niedergeschlagen; Opfer von Missbrauch und Ausbeutung. Sie musste weiterschreiben, auch wenn sie vor einemDilemma stand. Sollte sie über das Leben, das sich auf den Terrassen und Stränden, des Vergnügens und auf Festen abspielte, schreiben oder über die Schattenseite und die Kritik der Arbeiter. Sie entschied sich für Letzteres. So entstand 39° im Schatten, das 1967 den Sant Jordi Preis gewann. Ein Buch, das sie im Badezimmer sitzend schrieb. Sie teilte ihr Zimmer mit einer Kollegin, und um diese nachts nicht zu stören, schrieb sie dort sitzend die Seiten, die diesem Roman seine Gestalt gaben. Es war keineswegs einfach. Während sie an der Rezeption des Hotels arbeitete, erhielt sie die Warnung: sollte sie weiterhin über den Tourismus schreiben, würde sie in ganz Mallorca nie wieder Arbeit finden. Graues Barcelona Ihr Aufenthalt in Barcelona war nicht sehr befriedigend. Wenn ich aus dem Fenster blickte, sah ich den schmutzverhangenen Himmel, dank der Fabriken, die es damals noch mitten in der Stadt gab. Die Sehnsicht nach blauem Himmel war zwangsläufig stärker. Für ein Stück sauberen Himmels verließ ich die literarische Welt Barcelonas. Seit damals haben 14 Bücher das Licht der Welt erblickt und im Moment schreibt sie in ihremHaus inPalmaTerreno. Dort entschied sie eines schönen Tages, nachdem sie von ihrem Vater geträumt hatte, dass dieses Gefühl in eine Reihe von Gedichten verwandelt werdenmüsse, aus denen ihr letztes Buch Lovely besteht. Die Zukunft am literarischen Sektor sieht sie mit ebenso kritischen Augen, mit derselben Unerschrockenheit, die sie am Beginn der 60er Jahre von der Strasse geholt hat. Heute gibt es zu Lasten der guten Literatur ein unmäßiges Streben nach Protagonismus, nach Bestsellern. Natürlich müssen wir bereit sein für die Veränderung, die uns dieneuenTechnologienbringen,aberwirdürfendieSinnlichkeit Papier zu berühren als wäre es Haut, nicht vergessen. Interview: Nélida Domínguez / Francisca Burguera Aufsatz: Pere Pons I Fotografie : Javier Viguera

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