SANTANYI MAGAZINE 06

Santanyí magazine ···52 GanzamAnfang, als ich13war, schrieb ichaufSpanisch, doch schon baldwechselte ich ins Katalanische, mit der Schwierigkeit, dass meine Generation die katalanische Schrift nicht beherrschte. Diesemusstenwir uns selber beibringen. Aber schließlich ist es das Natürlichste, denn Katalanisch ist meine Muttersprache und damit die Sprache, auf der ich denke. Auf Spanisch zu schreiben, würde bedeuten, dass ich übersetze. Was geht Ihnen leichter von der Hand, das Schreiben von Gedichten oder von Romanen? In welcher Form fließen Ihnen die Worte mit größerer Leichtigkeit? Zunächst einmal würde ich gerne schreiben, ohne dass das Genre dabei eine Rolle spielt. Aber das schaffe ich nicht. Wenn ich Gedichte schreibe, sind diese im allgemeinen lyrischer als wenn ich Romane schreibe, welche nicht selten ironischer und kritischer ausfallen. Warum das so ist, kann ich nicht erklären. Auf der anderen Seite ist die Entscheidung, in welcher Form ich schreibe, keine Frage der Leichtigkeit. Es gibt einfach Dinge, die sich besser in Versform formulieren lassen und andere in Prosa. Wenn Sie ein Buch schreiben, widmen Sie dieses einer speziellen Person? Hat jedes Buch seine Hauptfigur? An erster Stelle handelt es sich beim Schreiben um einen Dialog mit dir selbst und mit dem Universum. Selbstverständlich möchtest du so viele Menschen wie möglich erreichen. Menschen aller Epochen und aller Kulturen. Aber das ist den Genies vorenthalten. Nichtsdestotrotz müssen wir es versuchen, wenn wir schreiben. Wir dürfen unseren Traum, einen perfekten Text zu verfassen, nicht aufgeben, selbst wenn wir damit etwas Unmögliches verfolgen. Ich brauche viele Stunden, um einige Linien zu schreiben, denn ich überlege sie mir sehr gründlich, grüble nach und überdenke sie noch einmal. Das geht mir so sowohl in Prosa als auch in Versform. Beim Schreiben sprudeln die Gefühle wie bei einem Vulkanausbruch aus dir heraus und es gilt, sie zu ordnen. Dabei habe ich immer das Gefühl: Nein, das ist es nicht, das ist nicht gut genug. Wie schaffe ich es, die Worte zu finden, die am besten ausdrücken, was ich sagen will? Für mich ist es ein langer Weg, bis ich endlich die richtigen Worte gefunden habe, sodass ich behaupten kann: jetzt spiegeln sie wider, was ich zum Ausdruck bringen wollte.

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